Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

"Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen"

Bibel

Wir haben für diese Ausgabe kein typisches Weihnachtsbild als Titelbild gewählt, sondern die Fotografie einer aufgeschlagenen Bibel. Im Evangelium des Markus lesen wir (Markus 13,31):

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Viele Wörter werden gesprochen und geschrieben. Auch hilflose Worte gibt es manchmal. Vielleicht kennen wir das aus eigenem Erleben? Wir merken, da will jemand helfen und trösten und ist doch selber hilflos.

Wörter können sogar als Machtmittel missbraucht werden. Als "Filibuster" wird im Senat der Vereinigten Staaten die Taktik einer Minderheit bezeichnet, durch Dauerreden eine Beschlussfassung durch die Mehrheit zu verhindern. Das ist kein neues Phänomen. Auch der römische Senat kannte schon die Ermüdungsrede: Worte ohne erkennbaren relevanten Zusammenhang aneinander reihen, um den politischen Gegner zu verwirren und zu blockieren.

Wenn Jesus verspricht, dass sein Wort nicht vergehen wird, dann meint er nicht, dass es pausenlos auf uns einprasseln wird, denn Er redet nicht, um uns zu verwirren. Sein Wort sagt uns also nichts Unnötiges oder Unwichtiges, sondern es sagt uns das Wichtigste, das, was wir hören müssen: ohne den Glauben an Jesus Christus sind wir verlorene Sünder, aber durch die heilige Taufe sind wir gerettete, begnadigte Sünder. Das sagt sein Wort uns zur richtigen Zeit, wenn wir es am meisten brauchen. Auf die Zusagen seines Wortes können wir uns verlassen, sie sind belastbar. Auch, wenn Himmel und Erde vergehen, bleiben Gottes Zusagen bestehen.

Bibel und Gesangbuch haben viele Menschen, die heute zu unseren Gemeinden gehören, in sehr schwierigen Zeiten begleitet. Sie können die unglaublichsten Geschichten erzählen, wie sie diesen kostbaren Schatz manchmal in der Erde vor dem Zugriff von Behörden verstecken mussten und wie oft Gesangbücher in mühsamer Arbeit mit der Hand abgeschrieben wurden. Ältere Generationen haben viele Bibelverse und Liedstrophen auswendig gelernt, um als Schatz im Herzen bewegt und mit dem Mund bekannt und gesungen zu werden.

Warum das eine so faszinierende Geschichte ist? Weil der Heilige Geist auch in ganz schweren Zeiten dafür gesorgt hat, dass Gottes Wort gelesen werden konnte und der Glaube nicht aufhörte.

Was ist denn das, sein Wort? "Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns," sagt der Evangelist Johannes (Joh. 1,16). Jesus selber ist also das fleischgewordene Wort Gottes an uns. Durch sein Wirken für uns Menschen erfahren wir Gottes Zuverlässigkeit; Jesus Christus kam in unser armes Fleisch und Blut, litt unseren Tod und überwand die Schrecken des Todes. Das feiern wir zu Weihnachten, weil der ewige Gott sich in unsere Welt begeben hat und einer von uns wurde.

Seine Zusagen gelten überall auf der Welt. Dort, wo man die Bibel vergraben musste, um sie zu behalten. Und auch bei uns, wo wir das Buch der Bücher nicht zu vergraben brauchen. Und es doch oft genug achtlos zur Seite legen. Was auch immer geschieht, das eine bleibt bestehen: Auf Gottes Zusagen ist Verlass: Der Heiland, der Retter ist da!

Edmund Hohls

Letzte Änderung: 28.11.2009