Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

"Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig"

Christus spricht: "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." (Offenb. 1,18)

Frühling

Sind Sie auch so begeistert wie ich von dem neuen Leben, das wir jetzt wieder in der Natur beobachten können? Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sich dem Zauber der neu erwachenden Natur entziehen könnte - oder wollte. Zu überwältigend sind die Eindrücke, die täglich auf uns einstürmen, zu leuchtend die Farben, die uns anlachen. Welch eine Wende erleben wir jetzt in der Natur!

In der nördlichen Halbkugel feiern wir Ostern im Frühling, während wir uns über das neue Leben in der Natur freuen. Welch eine gute Zeit, Ostern zu feiern! Taugt denn das Bild aus der Natur für einen Vergleich mit dem unglaublichen Geschehen, das wir zu Ostern feiern, nämlich die Auferstehung Jesu von den Toten? Ich meine, der Vergleich trifft nur sehr bedingt zu.

Der auferstandene Herr Jesus Christus sagt: Ich war tot und siehe ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit. Seit 2000 Jahren bekennt die Christenheit von ihm: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes. Aber das war am Ostermorgen vorbei, denn am dritten Tag ist er auferstanden von den Toten.

Welch eine Wende deutet das Wort war an. Ich war tot, sagt Jesus. War. Vergangenheit. Schnee von gestern. Trifft nicht mehr zu. Christus war wirklich tot, nicht nur scheintot oder hat nur geschlafen. Ein Baum, der im Winterschlaf ist, wird im Frühling wieder grün; Ein toter Baum dagegen schlägt auch im Frühling nicht wieder aus. Vorbei. Tot. Ende.

Jesus sagt von sich selbst: Ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das feiern wir zu Ostern.

Jesu Sieg über den Tod hat auch schwerwiegende Folgen für unser Leben, lebenswichtige Konsequenzen. Da wir mit ihm begraben wurden durch die Taufe in seinen Tod, werden wir auch mit ihm auferstehen zu einem neuen Leben (Röm. 6). Auch für uns Christen gilt: der Tod kann uns nichts mehr anhaben. Zu Deutsch: Er kann uns mal. Weil er uns gar nichts mehr kann.

In Jesu Nachfolge dürfen wir bekennen: "Ich war in Sünden tot, aber durch Christus bin ich in der heiligen Taufe frei geworden von der Sünde. Nun bin ich eine neue Kreatur Gottes." Und darf Vieles, was mich bedrückt, zu Jesu Füßen ablegen: meine Verfehlungen und meine Sünde.

Und das sind keine schönen Sonntagsreden, denn unser auferstandener Herr sagt: Ich habe die Schlüssel der Hölle und des Todes. Diese Schlüssel setzt er zu unserem Heil ein, indem er uns unsere Sünden vergibt und damit alles Trennende zwischen uns aufhebt.

Woher wir das wissen? Wir feiern in diesem Zeitraum nicht nur das Osterfest, sondern auch das Pfingstfest. An ihm danken wir Gott dafür, dass er uns nicht allein auf dieser Welt zurückgelassen hat, sondern uns seinen Heiligen Geist geschenkt hat. Und seine Aufgabe ist es, uns immer wieder zu sagen: Dir sind Deine Sünden vergeben, Du hast ewiges Leben durch Christus, Du darfst neu anfangen und alles Belastende ablegen.

Auch das ist nicht nur eine schöne Sonntagsrede (obwohl wir diese Botschaft in unseren Gottesdiensten am Sonntag feiern), sondern unser Herr möchte, dass wir seine Botschaft hören. Verbindlich hören. Und uns darüber freuen.

Edmund Hohls

Letzte Änderung: 11.5.2008