Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
(4. Mose 6,24-26)

Lohnt es sich, über den Segen etwas zu sagen? Der von Gott gelöste Mensch benötigt ihn nicht. Er macht alles selbst. Man merkt es z.B. daran, dass er dem Gottesdienst fernbleibt. Er hat Gottes Hilfe nicht nötig. In seinen Augen ist es ein Zeichen von Schwachheit, sich in die Abhängigkeit eines Gottessegens zu begeben.

Es ist für mich immer wieder eine merkwürdige Erfahrung gewesen, wenn der so starke und selbständige Mensch sich in ausweglosen Situationen an Gott wendet. Muss der Mensch erst seine Hilflosigkeit erkennen, bevor er sich an Gott wendet? Wir Christen wissen längst: "Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut."

Gott allein ist Spender des Segens. Sein Segen wird uns vollmächtig im Gottesdienst zugesprochen: "Der Herr segne dich und behüte dich." Mit diesem Segenszuspruch bin ich gemeint. Der heilige Gott will mich im Alltag begleiten. Er schenkt mir alles das, was ich mir selbst nicht erwerben oder herbeiführen kann. Ich darf mein Leben unter seinem Segen als reich und erfüllt ansehen.

Von dieser Sicht her ist es möglich, den Unterschied wahrzunehmen: Reich, gesund und erfolgreich zu sein ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit Gottes Segen. Man kann arm, krank und einsam sein und dennoch sein gesamtes Leben als von Gott gesegnet erkennen.

Das Geheimnis des Segens wird von uns immer wieder neu erfahren. Wir können nicht alles erklären, was in unserem Leben geschieht. Wir können aber darauf vertrauen, dass Gott es immer gut mit uns meint. Unter seinem Segen zu stehen heißt, von ihm behütet zu werden und in seiner "Hut" geborgen zu sein. Wir dürfen in der Gewissheit leben, dass uns nichts aus der Hand des guten Hirten reißen kann. Es gehört zu den großen Dingen in unserem Leben, wenn wir unsere Schwestern und Brüder im Glauben unter die Obhut Gottes stellen. Wenn wir zu ihnen sagen: "Gott behüte deine Wege, und er führe deine Hand; über dir leuchte sein Antlitz, und er helfe dir in Not... Gottes Segen sei mit dir!"

Herr, ich möchte mich deinen Führungen anvertrauen. Schenke mir deine guten Gaben. Lass mich allezeit deinen Segen erkennen. Amen.

Hans Horsch

Letzte Änderung: 28.05.2007