Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

"Ich bin die Auferstehung und das Leben"

Christus sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? (Johannes 11,25)

Nichts ist so sicher wie der Tod, sagt man. Das muss seit Ostern angezweifelt werden. Oster-Zweifel kommt ins Herz, fröhlicher, respektloser Osterzweifel gegen die Herrschaft des Todes, gegen Hoffnungslosigkeit und Vergänglichkeit. Ein fröhlicher Zweifel von Gott, der es Ostern werden lässt. Gottes Sohn hat den Tod überwunden. Jesus Christus lebt und sagt: "Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe."

Ich bin so froh und dankbar, dass die Geschichte Jesu solch einen Fortgang nimmt. Die das damals miterlebt haben, sind vom Geschehen völlig überrascht. Das zittert in den Ostertexten noch immer spürbar nach. Ostern kommt mit Macht, mit unwiderstehlicher Kraft. Der Eingriff Gottes lässt die Erde erbeben und sprengt das verschlossene Grab.

Jesus Christus hat den Tod besiegt! Seitdem ist Hoffnung in der Welt, Trost im Leben und im Sterben. Seitdem sehen wir unserm Ende gelassener entgegen, sehen die Grabeshügel unsrer lieben Entschlafenen mit andern Augen, nicht wie die, die keine Hoffnung haben. "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?" Wenn der Arzt sagt: Ich kann nichts mehr für Sie tun, dann will ich mich daran erinnern: Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Leben wir - die Tür ist auf. Sterben wir - die Tür ist auf. Und hinter der Tür? Herrlichkeit! Unvorstellbare Herrlichkeit, Freude und Seligkeit. Leben in Vollendung.

Manche studieren die Todesanzeigen in der Zeitung genau. Dabei interessiert sie vornehmlich das Alter, in dem die Leute dahingerafft werden. Dann vergleichen sie die Jahreszahl mit dem eigenen Geburtstag und atmen auf, wenn ihr Jahrgang noch nicht dran ist. Sie legen die Zeitung erleichtert zur Seite und sagen sich: Ich hab noch Zeit. Wie nun aber, wenn wir trotzdem dran wären dieses Jahr? Wie würden wir solche Nachricht aufnehmen: Bestelle dein Haus, denn du musst sterben, du musst davon? Was haben wir für diesen Fall vorbereitet? Nur die Patientenverfügung und das Testament?

Ich will euch sagen, was Gott vorbereitet hat. Er hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht durch das Evangelium. Der Karfreitag ist nicht die Katastrophe, wo das Leben Jesu unrühmlich und trostlos endet, sondern es wird Ostern, licht und hell und fröhlich. Wir haben es mit dem lebendigen Gott zu tun. Das haben zuerst die Frauen erlebt, die früh zum Grab kommen: "Wer den Gekreuzigten sucht, findet den Auferstandenen."

So werden die Frauen zu Evangelistinnen, wie ein alter Kirchenvater sagt. Sie übernehmen den Zeugendienst. Sie sagen den Jüngern unter Furcht und großer Freude: Der Herr ist auferstanden! Das ist die Osterfreude, die der Heilige Geist ihnen ins Herz schenkt. Ostern setzt uns in Bewegung, dass wir weitersagen, was wir bei der letzten Beerdigung gehört haben: Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Das gilt bis in die Wartezimmer der Ärzte.

Auf der Straße weiß man nicht viel davon. Da laufen Leute an uns vorbei, die nicht wissen: Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Das müssen wir ihnen sagen. Es soll überall, auch auf unsern Friedhöfen das große Frohlocken anbrechen: Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden! Unsere Herzen sollen nicht nur klopfen vor Furcht, sondern auch vor Freude, Vorfreude auf die schöne Ewigkeit, wo Christus auf uns wartet.

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du vom Tod erstanden bist
und hast dem Tod zerstört sein Macht
und uns zum Leben wiederbracht.
Halleluja!

Gott Vater in dem höchsten Thron
samt seinem eingebornen Sohn,
dem Heilgen Geist in gleicher Weis'
in Ewigkeit sei Lob und Preis!
Halleluja!

Kurt-Günter Tiedemann

Letzte Änderung: 30.03.2007