Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

Gott wird sie mitholen

Wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. (1.Thess 4,14)

Hinweisschilder

Die Anordnung der Hinweisschilder auf der Titelseite stimmt nachdenklich. Sicherlich ist die Zusammenschau von "Kompostieranlage" und "Friedhof" von der Gemeinde Riegelsberg so nicht unbedingt gewollt; Dass beide kommunalen Dienste in die gleiche Richtung liegen, ist eher ein Zufall. Dennoch schält sich, wenn man etwas darüber nachdenkt, so mancher zutreffender Verbindungsweg zwischen den aufgezeigten Zielen heraus.

Es macht straßenbaumäßig einen guten Sinn, die Schilder so anzuordnen: Oben das weithin erkennbare Blau der Autobahn, die schnelle Verbindungen auch zu Fernzielen verspricht. Darunter die Landstraßen, die in einen Nachbarort führen und zum Schluss, schon fast kaum zu sehen, der Hinweis, dass es hier zum FriedHof geht. Und eben zur Kompostieranlage.

Kann man den Schluss ziehen, dass alle aufgezeigten Richtungen "Holz"-wege sind, weil letztlich alle Wege zum Friedhof führen, wo auch wir einmal liegen werden? Auf diesem hier angezeigten oder auf einem anderen. Der Friedhof bedeutet Endstation. So gesehen führen alle Wege zum Friedhof. Und dass die Beschilderung der Gemeinde Riegelsberg den Friedhof in die Nähe der Kompostieranlage rückt, ist ja gar nicht so verkehrt, auch wenn uns der Gedanke pietätlos erscheinen mag. Wahr ist es doch: "Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr" (Ps. 103,15f).

Führen wirklich alle Wege zum Friedhof? Zunächst ja. Und dennoch bezeugt der Apostel Paulus im Monatsspruch für November etwas anderes: Der Friedhof ist keine Endstation mehr für diejenigen, die an Jesus Christus glauben, weil er gestorben und wieder auferstanden ist. Sein Weg führte nur vorübergehend in ein Grab.

Und auch uns, die wir durch die heilige Taufe gerettet wurden, wird es nicht anders ergehen als unserem Herrn Jesus Christus. Auch wir werden zu einem neuen Leben auferstehen. Gott wird diejenigen, die entschlafen sind, "durch Jesus mit ihm einherführen" schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Thessalonich. Für uns bedeutet der Friedhof nicht Endstation, weil Gott neues Leben geschenkt hat!

Noch andere Namen stehen da auf dem Schilderwald: "Neuhaus". Durch die heilige Taufe sind wir ein "neues Haus" geworden. Eine "neue Kreatur" nennt der Apostel Paulus uns in seinem 2. Korintherbrief (2. Kor. 5,17). Trotz des drohenden Todes gilt für uns immer noch: Wir haben begründete Hoffnung auf ewiges Leben. Deshalb dürfen wir so munter wie "Fische" in einem "Bach" sein. Und uns gegenseitig von der Hoffnung sagen, die in uns ist. Etwa in Fischbach. Und sonst wo auf der Welt.

Friedhof gleich Kompostieranlage? Christen dürfen weiter sehen als Tod und Verwesung. Wir dürfen hoffen, wo alle menschliche Hoffnung aufgehört hat. Nicht, weil wir so unbelehrbar wären, sondern weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist und uns der direkte Weg zu Gott, die schnelle Verbindung zu ihm, offen steht: über seinen Sohn Jesus Christus. Daran werden wir jedes mal erinnert, wenn wir diesen Wegweiser passieren.

Schön, dass die Gemeinde Riegelsberg solch einen Wegweiser hat. Vielleicht ungewollt, aber dennoch - oder gerade deshalb? - überzeugend!

Ihr Edmund Hohls

Letzte Änderung: 24.8.2009