Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

Jesus Christus

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 1. Kor. 15,19-20

Eigentlich hatte ich die Fotografin gebeten, das Kreuz vom Altar in Walpershofen herunter zu nehmen, damit wir das schöne Kirchenfenster dahinter besser fotografieren können. Aber es ließ sich nicht bewegen. Bei näherem Hinsehen stellten wir fest, dass es fest am Altar verschraubt ist. Es bedürfte eines beträchtlichen Aufwandes, um es zu lösen, damit es den Blick auf das Fenster der Auferstehung Jesu ganz freigäbe.

So sind zwei Bilder mit unterschiedlicher Beleuchtung entstanden. Beide haben gemeinsam, dass das Kreuz in der Mitte deutlich zu sehen ist. Dennoch bieten sie zwei verschiedene Perspektiven. Das linke Bild erscheint dunkler und farbloser. Das Kreuz davor ist eher nur in seinen Umrissen zu erkennen. Das rechte Bild erscheint in einem freundlicheren Licht. Es ist so, als ob die Kraft der Auferstehung Jesu auch sein Kreuz in ein ganz anderes Licht hüllt. Kommt es darauf an, wie wir Jesu Tod und Auferstehung gewichten und betrachten?

Es kommt nicht darauf an, wie wir Jesu Tod und Auferstehung betrachten, sondern was Gott in seinem Wort darüber sagt: Sein Hilfsangebot erstreckt sich nicht nur auf unser irdisches Leben, sondern er schenkt uns darüber hinaus durch seine Auferstehung neues, ewiges Leben. Seinen eigentlichen Sinn erhält unser Leben erst durch Jesu Tod und Auferstehung. Beide gehören unzertrennbar zusammen: Tod und Auferstehung Jesu, der Tod unserer Sünde und das leere Grab Jesu. Unzertrennlich und unverrückbar. Ostern ist ohne Karfreitag nicht vollständig, die Sühne unserer Sünde am Karfreitag durch Jesu Tod nicht ohne seine Auferstehung von den Toten am Ostersonntag abgeschlossen.

Wollten wir Jesus nur als Vorbild für dieses Leben sehen, als einen Menschen, der Gutes getan hat und seine Jünger aufforderte, auch Gutes zu tun, dann wären wir zu bedauern, so der Apostel Paulus. Aber Jesus ist kein Moralprediger, sondern der Überwinder von Hölle, Tod und Teufel. Dadurch bringt er neues Leben: "Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die schlafen." Er hat beides durchlebt und durchlitten. Den schweren Tod am Kreuz und die siegreiche Auferstehung von den Toten. So bekennen Christen seit Jahrhunderten im Apostolischen Glaubensbekenntnis: "Hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten."

Tod und Auferstehung Jesu Christi gehören zusammen. So wie er und ich zusammengehören, seitdem ich ihm in der Heiligen Taufe gleich geworden bin, weil er sich mit mir verbunden hat. So sieht nun auch, wer mich sieht, meinen Herrn Jesus Christus. Seit unserer heiligen Taufe erscheint unser Leben in einem ganz anderen Licht, im Licht der Auferstehung Jesu von den Toten!

Das wussten unsere Vorfahren; das hat sie vermutlich veranlasst, das Kreuz fest am Altar zu verschrauben. Weil auch wir durch die heilige Taufe unverrückbar mit dem Tod Jesu und mit seiner Auferstehung verbunden wurden.

So predig(t)en Kirchenfenster und Kruzifix vielen Generationen: wir hoffen nicht allein in diesem Leben auf unseren Herrn Jesus Christus, sondern wir erwarten ewiges Leben - von ihm und bei ihm!

Edmund Hohls

Letzte Änderung: 2.3.2010