Evangelisch-Lutherische Immanuelgemeinde Saarbrücken/Walpershofen

Euch ist heute der Heiland geboren

Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. (Lukas 2,11)

Weihnachten

Die Engel verkünden in der Geburtsnacht Jesu den Hirten auf dem Feld vor Bethlehems Toren diese frohe Nachricht: "Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids."

Seit zweitausend Jahren hören die Menschen nun diese Botschaft. Das feiert die christliche Kirche jedes Jahr wieder zu Weihnachten.

"Heiland" ist die Übersetzung des lateinischen "Salvator" und bedeutet "Retter" oder "Erlöser." So genannte Heilande gab es schon viele auf der Welt, Menschen, die sich selbst als Heiland bezeichneten oder von anderen so verehrt wurden. Auch römische Kaiser deklarierten sich gerne als "Salvator." Freilich hatten sie eine ganz andere Rettung im Sinn, als wir Christen zu Weihnachten feiern. Für die Imperatoren des römischen Reiches stand die Einheit und das Zusammenschmieden der verschiedenen Teile des Riesenreiches im Blickpunkt. Notfalls haben sie das mit Waffengewalt durchgesetzt.

Jesus Christus ist ein ganz anderer Heiland. Er hat die politischen Strukturen seiner Zeit nicht in Frage gestellt. Sein Reich war nicht von dieser Welt. Und dennoch "Heiland"? Übersetzen wir das Wort einmal wörtlich: Heiland ist derjenige, der heil macht, der heilt. Was ging denn kaputt, warum musste ein Heiland kommen, der die Dinge wieder in Ordnung brachte? Was ist kaputt gegangen, was musste er heilen?

Das Verhältnis zwischen Gott und uns ging kaputt. Durch die Sünde, die Adam und Eva begangen haben. Durch die Sünde des Ungehorsams und des Aufbegehrens gegen Gott. Aber nicht nur sie haben gesündigt, nicht nur sie haben das Verhältnis zu Gott aufs Spiel gesetzt und mit ihrem Ungehorsam Gott beleidigt. Auch wir sind in diesem Sinne Adam und Eva.

Wir Menschen haben etwas kaputt gehen lassen: das Verhältnis zwischen Gott und uns haben wir strapaziert. Es ist etwas in die Brüche gegangen, weil wir gegen Gottes Gebote verstoßen.

Römische Kaiser haben oft einen trügerischen Frieden durch Waffengewalt geschmiedet. Diese Ruhe war oft genug brüchig, der Friede hielt nicht.

Es hat keinen Zweck, etwas kitten zu wollen, was sich nicht kitten lässt. Um das zerbrochene Verhältnis zwischen Gott und Mensch wieder in Ordnung zu bringen, war kein starker Mann gefragt, sondern ein Friedefürst; einer, der den Riss nicht zukittete, sondern der den Graben überwand, den wir zwischen Gott und uns aufgeschüttet haben; einer, der heilte, wo wir Heilung und Versöhnung brauchen. Darum legt Lukas Wert darauf, dass die Engel den Hirten verkündigen: Dieser Heiland ist der Christus, der Gesalbte Gottes.

Christus hat sich nicht selbst zum Herrn eingesetzt, sondern sein Vater hat ihn gesandt. Er hat die Macht nicht an sich gerissen, wie viele weltliche Fürsten - damals wie heute - es tun. Er ist von Gott, seinem Vater, in diese Aufgabe eingesetzt worden. Als Heiland. Als HERR.

Weihnachten 2008. Vieles hat sich in der Welt, in der wir leben gegenüber der Welt, in der die Hirten auf dem Feld von Bethlehem lebten, geändert. Und dennoch ist eine Tatsache geblieben:

Die Botschaft, dass Jesus Christus als Heiland der Welt in Bethlehem zur Welt kam. Sie ist heute genau so gültig wie vor fast 2.000 Jahren.

Darum dürfen wir immer wieder Weihnachten feiern. In der Familie und in der Gemeinde. Auch uns gilt die aufregende Botschaft: "Euch ist heute der Heiland geboren. Er ist Christus, der HERR."

Edmund Hohls

Letzte Änderung: 27.11.2008